Rosenkreuzer


Allgemein wird der Beginn des Rosenkreuzertums mit der Veröffentlichung verschiedener Schriften von Johann Valentin Adreae gleichgesetzt. Es gibt jedoch Meinungsverschiedenheiten darüber, ob es überhaupt je wirkliche Rosenkreuzer-Organisationen, die diesen Namen verdienen, gegeben hat.
Im Jahre 1605 schrieb Johann Valentin Andreae (vier,wahrscheinlich waren es nur zwei) Bücher über einen legendären Christian Rosenkreutz (1378-1484). Der Name erinnert an Andreaes Wappen: 4 Rosen zwischen den Armen eines Andreaskreuzes. Christian Rosenkreutz gründete, so heißt es bei Andreae, eine mönchsähnliche Bruderschaft zur Pflege der Pansophie und der geheimen Wissenschaften. Die Schriften zielten ab auf eine Gesamtreform aller religiösen, kulturellen und politischen Verhältnisse. Sie wurden zwar 1614/15 veröffentlicht, aber von Andreae verleugnet. Es erhob sich ein gewaltiger Flugschriftensturm; Männer wie Comenius, A. von Franckenberg, Jungius, Hartlib, der die Gedanken in England verbreitete, begannen sich für diese Schriften lebhaft zu interessieren. Die Bruderschaft, die von Andrae beschrieben wird, hat tatsächlich nie bestanden, aber das Gedankengut und die Symbolik haben in späteren Zeiten immer wieder zur Gründung von "Rosenkreuzer"- Bruderschaften Anreiz gegeben. So gab es bereits 1667 (nach Leibnitz) in Nürnberg eines Rosenkreuzer-Gesellschaft. In den zwanziger Jahren des 18. Jahrhunderts scheint der Gedanke in Form eines alchemistischen Geheimbundes neu aufgelebt zu sein.
Um 1760 wurde er von einzelnen Freimaurerlogen (Gold-und Rosenkreuzer) aufgenommen, spielte am Hofe Friedrich Wilhelms von Preußen unter Wöllner und Bischofswerder eine Rolle und wurde besonders von der Geschichtsschreibung der Freimaurerei in Anspruch genommen. Um die Wende zum 20. Jahrhundert trat die Idee wieder hervor, z. B. die Anthroposophischen,pansophischen oder okkulten Vereinigungen in Europa (Haarlem, Utrecht) und Amerika und ebenso in Europa allgemein.
Martin Luther hatte als "Schutzzeichen" für die Herausgabe seiner Bibel u. a. eine Rose mit fünf Blättern, in deren Mitte sich ein Kreuz befand, gewählt.
Nun bestehe, so heißt es, in den romanischen Sprachen - insbesondere des Pyrenäenraums - ein geheimnisvoller Zusammenhang zwischen dem "roten Kreuz", dem "Tau" und dem rosenumrankten Kreuz. Die katalanische Sprache etwa kenne die Formen ros, rossa, rous für "rot, blond"; ròs, rosada für "Tau, Himmelstau", rosa für "Rose". Ähnlich im Occitanischen, der mittelalterlichen Schriftsprache der Trobadors in der Provence, im Languedoc und in der Gascogne: ros, rosal für "rot" und für "Tau, Himmelstau"; rosa für "Rose". Auf dem Jacobsweg von Santiago de Compostela gibt es viele Anzeichen dafür, daß sich hier der Begriff des Rosenkreuzes besonders ausprägte.
Die wirklichen Rosenkreuzer waren wie die "wahren" Alchemisten der Meinung, daß der Mensch ein Universum im Universum ist. Sie wandten sich insbesondere gegen die Bevormundung durch die offizielle Kirche und wurden so zum Motor für die Reformation. Durch Scharlatanerie und die "Goldmacherkunst" wurde später der Rosenkreuzergedanke in sein Gegenteil verkehrt.
Weitere Einzelheiten über die Entstehung des Begriffes "Rosenkreuz" finden Sie unter http://www.celtoslavica.de/